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Was Franciacorta so besonders macht...

Die Geschichte rund um die Blubberbläschen

Zwischen Bescia und Lago d’Iseo gelegen, werden aus Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Nero herausragende Schaumweine produziert, die dem Champagner um nichts nachstehen. Früher vor allem von vielen kleinen Weingütern erzeugt, war es in den 60er Jahren das Handelshaus Berlucchi, das Franciacorta über die Gebietsgrenzen hinaus berühmt machte. Franco Ziliani gilt dabei als Erfinder des italienischen Luxus-Schaumweins. Nach Lehrjahren in Frankreich fing er in den 60er Jahren in Italien an, Schaumwein nach der Méthode Traditionelle herzustellen.


Heute wird Franciacorte in 23 zugelassenen Gemeinde(gebieten) hergestellt.


Seit 1967 durften Weine, die aus der Weinbauregion Franciacorta kommen und alle Voraussetzungen dieses Schaumweins erfüllen, eine DOC – Herkunftsbezeichnung tragen. Ab 1995 wurde die Herkunftsbezeichnung in DOCG umgewandelt. Mehr zu den unterschiedlichen Herkunftsbezeichnungen liest du hier.



Wie schmeckt Franciacorta? Wozu kombiniert man ihn am besten?

Durch die mineralischen Böden und das milde Klima, auf denen die Trauben für Franciacorta wachsen, schmeckt der Schaumwein sehr frisch. Durch die Herstellungsart Méthode Traditionelle hat er ausgeprägte Hefenoten und einen satten Geschmack der Trauben.

Franciacorta hat einen schlanken Körper, eine mittlere Restsüße und eine ausgeprägte Säure. Er erinnert vor allem an Zitrusfrüchte, Pfirsich, Kirsche, Mandel und wegen des Herstellungsverfahrens auch an Brotkrume, Butterkeks und Brioche. Typisch ist auch die ausgeprägte Cremigkeit des Franciacorta im Vergleich zu anderen Schaumweinen.

Getrunken wird Franciacorta bei 3-7°C. Man kann ihn zu reifem (Weich-)Käse, Trockenobst und gerösteten & gesalzenen Nüssen optimal kombinieren. Sehr gut passt er auch zu Speisen wie rohem Fisch, gebratenem oder gegarten Fisch und hellen Fleischspeisen wie Huhn oder Kalb.



Wie wird Franciacorta hergestellt?

Franciacorta wird nach der Méthode Traditionelle, oder auch Champagnermethode genannt, hergestellt. Zuerst werden die Trauben im Tank vergoren, dann mit dem Liqueur de tirage – der Fülldosage bestehend aus Wein, Zucker und Hefe - in die Flaschen gefüllt und abermals vergoren. Die Flaschen werden gedreht und gewendet. Wenn sich der Hefepfropf im Flaschenhals sammelt und ablagert, wird er im Dégorgement entfernt und die Flasche nach Bedarf mit dem Liqueur d’expédition aufgefüllt, um die gewünschte Süße zu erreichen. Bei Brut Nature darf das aber nicht geschehen.

Lagern kann man Franciacorta zwischen 5 und 20 Jahren.



Wann ist es Franciacorta und welche Rebsorten enthät er?

Ein Schaumwein darf Franciacorta genannt werden, wenn er:

· aus dem Herkunftsgebiet Franciacorta kommt

· er aus Chardonnay, Pinot Nero und maximal 50% Pinot Bianco besteht

· mittels Méthode Traditionelle (Flaschengärung) wie Champagner hergestellt wird


Franciacorta muss dabei nicht unbedingt aus Weißweinsorten bestehen. Zugelassen sind folgende Sorten:

Franciacorta, Franciacorta Satèn, Franciacorta Rosé, Franciacorta millesimato und Franciacorta riserva


Das unterscheidet die Sorten voneinander:

Franciacorta

besteht aus maximal 50% Pinot Bianco und reift 18 Monate auf der Hefe, bevor Degorgiert wird. Trägt der Franciacorta zusätzlich die Bezeichnung Millesimato, so reift er 30 Monate, als Riserva sogar 60 Monate.



Franciacorta Satèn

darf keinen Pinot Nero enthalten – also Chardonnay und maximal 50% Pinot Bianco - und reift 24 Monate. Die Reifezeit für Millesimato und Riserva beträgt dieselbe wie bei „normalem“ Franciacorta. Franciacorta Satèn hat überdies weniger Überdruck – höchstens 5 bar – und ist deshalb milder in der Perlage.



Franciacorta Rosé

muss mindestens 25% Pinot Nero enthalten. Die Reifezeit beträgt wie beim Satèn 24 Monate, als Millesimato 30 Monate und als Riserva 60 Monate.



Was Franciacorta von Prosecco also unterscheidet ist nicht nur die Herstellungsart und die Rebsorten, die verwendet werden. Vor allem der Geschmack.

Beides hat vielfältige Möglichkeiten zur Kombination mit Speisen und macht sich auch als Aperitivo wunderbar. Und genau wie überall im Leben gilt der Leitsatz: Vielfalt schätzen und in Eintracht miteinander genießen.




Weiterführende Links zum Thema

Ein kurzes, informatives Video findest du hier:



Wer mehr zur Geschichte und zum Thema Franciacorta wissen möchte, kann sich online durch dieses Buch durchschmökern: https://www.franciacorta.net/de/#dflip-df_manual_custom2/19/


Mehr zum Anbaugebiet Franciacorta findest du hier: https://www.franciacorta.net/de/


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Franciacorta

Puckette, Madeline; Hammack, Justin; 2018; Der Master Wein-Guide; 4. Auflage; München.