Wissenswertes über die Rebsorte Glera

Zugegeben, ein bisschen verwirrend ist es schon - heißt unser Lieblingsgetränk "Prosecco" weil es aus Trauben gemacht wird, die so heißen? Oder haben die Trauben nun wieder einen ganz anderen Namen? Wir klären dich auf!


Geschichtliches

Wir lieben Geschichte - also fangen wir gleich einmal mit einer an: erstmalig erwähnt wurde Prosecco und die Trauben aus denen er hergestellt wird bekanntlich von Plinius dem Älteren (23-79 n. Chr.). Er beschreibt damals eine Rebsorte "Pucinum" in seinem Werk "Naturalis historia". Natürlich ist nicht genau belegt, welche uns heute bekannte Rebsorte er nun wirklich meinte, nicht einmal ob Weiß- oder Rotwein. Durch seine geographische Beschreibung - welche auf die heutige Region Friaul-Julisch-Venetien zutrifft - kommt die Rebsorte Glera in die engere Auswahl.

Geschätzt wurde Prosecco bereits in der Antike. Die 3. Ehefrau von Kaiser Augustus, Augusta Giulia, schrieb über diesen Wein, dass er ein "Elixier für ein langes Leben" sei - und sie musste es ja wissen. Sie genoss täglich ein (oder mehrere) Gläschen des wohlschmeckenden Getränks und wurde immerhin schon damals stattliche 86 Jahre alt.


Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Traube, aus der Prosecco hergestellt wird, in den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene von Graf Balbi Valier selektiert und in "Prosecco Balbi" oder "Prosecco Tondo" benannt.



Umbenennung

Doch wieso heißt die Rebsorte, aus der ein Stillwein, Perlwein oder auch Schaumwein (Prosecco bedeutet nicht immer gleichermaßen, dass der Wein prickeln muss) namens Prosecco hergestellt wird denn nicht Prosecco?

Das war ursprünglich - bis zum Beschluss des italienischen Landwirtschaftsminister vom 17. Juli 2009 - auch der Fall. Seit dem 1. Jänner 2010 ist die Bezeichnung "Prosecco" jedoch eine geschützte Herkunftsbezeichnung und nicht mehr der Name einer Rebsorte. Die Rebsorte wurde von "Prosecco (Tondo)" auf "Glera" umbenannt.




Rebsortenkunde

Die aus Istrien oder Venetien stammende Rebsorte hat eine offene Triebspitze, die wollig behaart und leicht rötlich ist. Die jungen Blätter sind wollig und gelblich und wachsen zu mittelgroßen bis großen Blättern heran, die 5 Lappen haben und tief gebuchtet sind. Das Blatt an sich ist spitz gesägt.

Die walzen- bis kugelförmige Traube ist dichtbeerig wachsend und von kräftiger, goldgelber Farbe. Sie reift eher spät, circa 45 Tage nach der Tafelweintraube.


Wie auch andere Rebsorten ist Glera besonders anfällig auf beide Mehltauarten, eine Krankheit namens Falvescence dorée (Goldgelbe Vergilbung) und die Kleinbeerigkeit. Außerdem verträgt sie lange Trockenperioden nicht sehr gut.


Synonyme hat die Rebsorte Glera viele: Gargano, Ghera, Glere oder Grappolo Spargolo, um nur einige wenige italienische zu nennen. Natürlich gibt es auch zahlreiche kroatische und slowenische Namen für diese Rebsorte, welche auch dort gedeiht.


Morphologisch hat Glera vor allem Ähnlichkeit mit der Glera Lunga, Malvasia Bianca Lunga und Prerera - Traube.

90% des Anbaus an Glera findet in Italien in der Provinz Treviso statt, der Rest in Friaul-Julisch-Venetien.


Auch wenn die Benennung der Traube, aus der das unserer Meinung nach köstlichste Getränk auf Erden gekeltert wird, etwas verwirrend sein mag - das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Eine tolle Auswahl an Prosecco aus Conegliano, Valdobbiadene, Treviso und Franciacorta findest du hier.








Fotos: bacaro.at

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Glera_(Rebsorte) , https://glossar.wein.plus/glera , https://glossar.wein.plus/pucinum , https://de.wikipedia.org/wiki/Ampelographie , https://rebschutzdienst.at/weinbauempfehlungen/pflegemassnahmen/phytoplasmen/phytoplasmen-vergilbungskrankheiten/phytoplasmen-flavescence-doree/


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