Madonna della Salute

Der Zeitpunkt für die Feierlichkeiten der Santa Maria della Salute könnte momentan wohl nicht passender sein - warum? Das erfährt ihr im heutigen Blogbeitrag.


Sie ist die wohl imposanteste Kirche Venedigs und begrüßt die allermeisten Besucher der Serenissima bereits bei ihrer Ankunft. Die Kirche Santa Maria della Salute wurde im 17. Jahrhundert zu einer Zeit gebaut, deren Begebenheiten an die momentan vorherrschende Situation erinnert. Seitdem erinnern sich Gläubige aber vor allem Venezianer an die Schreckensherrschaft der Pest, die ein Viertel der Bevölkerung Venedigs das Leben kostete, und danken der heiligen Jungfrau Maria, die auf wundersame Weise die Pest aus der Stadt vertrieb - zumindest der Legende nach.


Als 1630 der schwarze Tod auch einmal mehr in Venedig einfiel und dieses Mal die Bevölkerung und die Stadt ganz besonders zu strafen schien, wusste sich der Doge Nicolò Contarini gemeinsam mit dem Patrizier Giovanni Tiepolo nicht mehr besser zu helfen, als auf die Güte der heiligen Maria Gottes zu vertrauen und veranstaltete ihr zu Ehren eine Bittprozession, die drei Tage und drei Nächte dauern sollte.

Die daran teilnehmenden Venezianer legten während der Prozession ein heiliges Gelübde ab, welches besagte, dass sie der heiligen Maria zu Ehren eine Kirche noch nie gesehener Pracht bauen würden, wenn sie die Pestepidemie beendet.

Als wenige Wochen nach der Prozession die Infektionsrate rapide abnahm, und die Pest im November 1631 ganz aus der Stadt verschwand, wurde im gleichen Jahr damit begonnen, das von dem jungen Architekten Baldassare Longheria eingereichte Projekt zum Bau der Kirche umzusetzen. Der Bau dauerte mehr als 50 Jahre - was bei genauerer Betrachtung auch nicht verwunderlich ist.

Die achteckige Kirche im barocken, venezianischen Stil mit palladianischen Linien wird gekrönt von zwei Kuppeln, wobei die große Kuppel die Rosenkranzkrone darstellt und auf der kleinen Kuppel die Statue der heiligen Maria mit dem Stab der Capitana del Mar thront.


Der Innenraum der Kirche ist ebenfalls ganz seiner Patronin gewidmet, gekrönt von der "Mesopanditissa", welches besonders von Pilgern verehrt wird.

Die "Mesopanditissa" ist ein Abbild der heiligen Jungfrau mit dem Jesuskind, welches vom Dogen Morosini 1670 von der Insel Candia gebracht wurde und am 21. November des gleichen Jahres in den Altarraum der Kirche gestellt wurde. "Mesopanditissa" bedeutet Friedensvermittler(in) - als welche die heilige Jungfrau Maria in der katholischen Kirche beschrieben wird. Auch für die Venezianer hat sie Frieden gebracht - vor allem aber Freiheit von der Pest.

Außerdem kann in der Kirche noch eine wundervolle, imposante Orgel bewundert werden. Die Sakristei ist geschmückt mit Werken von Tizian, Tintoretto und anderen berühmten venezianischen und italienischen Künstlern.


Die Kirche, die unter den insgesamt mehr als 160 Venedigs erhaben emporragt, wird von Venezianern und Pilgern aus der ganzen Welt geschätzt, die jährlich seit über 400 Jahren bei dem mehrtägigen Fest der heiligen Jungfrau Maria für die wundersame Heilung danken. Dieses Fest ist eines der wenigen, das nicht von Touristenmassen begleitet wird, sondern lässt einen das venezianische Leben mit allen Sinnen erfahren.

Die Feierlichkeiten beginnen am 18. November, wo eine temporäre schwimmende Holzbrücke - die Punta della Dogana - über den Canal Grande errichtet wird, um die symbolische Pilgerreise am Abend des 20. November vom Campo Sant' Agnese alle Zattere zur Santa Maria della Salute zu ermöglichen.

Der 21. November steht dann im Zeichen der Heiligen Maria: den ganzen Tag über werden stündlich Messen gehalten und musikalische Hommagen an Maria zum Dank der Vertreibung der Pest aus der Serenissima aufgeführt.






Quellen:

https://www.venezia-help.com/eventi/madonna-della-salute.html

https://basilicasalutevenezia.it/mesopanditissa/

https://de.wikipedia.org/wiki/Festa_della_Madonna_della_Salute


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