Cantina Fasol Menin - wenn Kunst auf Traube trifft

Vor vielen Jahren haben wir bei uns zu Hause einen Prosecco verkostet, dessen Etikett uns bis zu unserer Akquise im September 2020 in Erinnerung geblieben ist. Aber nicht, weil das Etikett das Ausschlaggebende war - sondern der unvergesslich gute Prosecco, den wir damit verbunden haben.


Bei unserer Reise durch Valdobbiadene kamen wir dann am Weingut vorbei, wo uns das Chamäleon, das die Flasche des Prosecco von Fasol Menin ziert, wieder begegnet ist. Nachdem wir - Covid19-Konform - einen Termin vereinbart hatten, um mit den Winzern ins Gespräch zu kommen, wussten wir noch nicht, was uns erwarten würde....



Herzlichst wurden wir von Giulia und ihrem Bruder Alessandro empfangen und schon bald war klar: hier geht's nicht nur um die Liebe zum Prosecco... sondern auch um die Liebe zur Kunst und zum Leben. Schon beim Betreten des Weinguts kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus: die Empfangshalle ist geschmückt mit ausgefallenen und wunderschönen Gemälden und Kunstartefakten, die jedoch alle einen Bezug zum Weingut Fasol Menin oder dem früheren Borgo (dt. der Ortschaft), welcher den selben Namen trug.

Nachdem wir über die Ländereien und in den Weinkeller geführt wurden und Einblick in die Geschichte und Tradition dieses Familienbetriebs erhielten, wurden wir in den Verkostungsraum geführt.

Naja, Verkostungsraum triffst wohl nicht so ganz: das Dachgeschoß wurde ausgebaut und dient nun - mit ebenerdigem Zugang in den hinteren und jüngsten Weingarten - als Veranstaltungs- und Verkostungszentrum. Hier finden nicht nur Weinverkostungen sondern auch Vernissagen und Konzerte statt, die die Liebe der Geschwister zur Kunst und Kultur widerspiegeln.


Das Weingut liegt in Valdobbiadene und erhält somit die höchste Güteklasse DOCG - Denominazione di Origine Controllata e Garantita.




Die Liebe zur Tradition aber auch zur Kunst lässt sich auch im Prosecco des Weinguts gut erkennen.


Der Brut - der den Namen "Cama" trägt - verführt die Nase mit frischem, fruchtigen Geruch, der an Apfel und auch ein wenig an Banane erinnert und trotzdem einen Hauch Zitrone mit daher bringt.

Im Geschmack besticht dieser Prosecco vor allem durch seine angenehme Säure und anhaltende Verlage und der Präsenz von weißem Pfirsich - typisch für Prosecco aus Valdobbiadene.



Leonte, so heißt der Extra Dry, zeigt schon an seiner Farbe, dass er ein wenig lieblicher ist: die satte strohgelbe Farbe und der liebliche Geruch in der Nase lassen erahnen, dass der Prosecco sehr lieblich im Geschmack ist. Diese Erwartung wird zwar am Anfang auch getroffen, jedoch überrascht Leonte im Abgang mit einer leicht salzigen Note, was eine willkommenen Ausgleich zur Süße bringt.







Für alle Naturmädels und -burschen unter Euch haben wir auch etwas Besonderes aus dem Hause Fasol Menin mitgebracht: RAFF (engl. Rough) - ein naturtrüber Prosecco, völlig unbehandelt und so, wie Gott ihn erschuf.

Wenn man die Flasche vor dem Trinken kurz kippt, kann sich die am Boden anhaftende Hefe verteilen und entfaltet so den einzigartigen Geschmack und das unverwechselbare Aroma dieses Proseccos auf wunderbare Weise: in der Nase riecht man schon die Hefe und auch im Geschmack wird man an Brotkrume erinnert. Sehr angenehm ist die leichte Säure und auch ausgewogene Perlage, die sich - für Naturweine üblich - nach und nach verflüchtigt (wir empfehlen deshalb, den Prosecco nach dem Öffnen nicht allzu lange im Kühlschrank zu behalten).



Dass Giulia und Alessandro Kunstliebhaber sind zeigt sich nicht nur am artistischen Design der Etikette - auch ein witziges Detail wurde für Proseccotrinker eingebaut: jede Kapsel, die durch die Agraffe auf dem Korken befestigt ist, ist eines von 90 Teilen, die zusammen das Gemälde des Chamäleons ergibt, welches die Proseccoflasche ziert.

Ergo: trinkt man 90 Flaschen Prosecco und erhält man jedes mal eine andere Kapsel, kann man sich danach das Gemälde des Chamäleons zusammenbasteln. Eine nette Idee, wie wir finden :-)


Aus der Prosecco-Verkostung wurde am Ende noch ein langer Abend an dem wir nicht nur vieles über den Weinbau in jungen Jahren, über Tradition und dem Drang nach Fortschritt sondern vor allem über die Liebe zum Leben und dem Genuss, die Kunst und die Musik lernten und erlebten, wie Giulia und Alessandro alles zusammen in ein Getränk packen, das wir liebevoll "Prosecco" nennen...



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